Umstellung unseres Internet-“Exits” auf den Freifunk Rheinland-Backbone

Es gibt wichtige Neuigkeiten für alle Freifunker und Interessierten: Zum Jahreswechsel 2015/2016 stellen wir das Vereinsgateway und auch alle anderen Gates von dem bisherigen Exit-VPN “PerfectPrivacy” auf das Backbone des Freifunk Rheinlands e.V. um.

Das bedeutet, dass der Traffic aus dem Freifunk-Netz von unseren Gates aus nicht mehr über einen VPN-Server der Firma LeaseWeb (PerfectPrivacy) ins In- oder Ausland geleitet wird, sondern über das Netz anderer Freifunker. Von deren Servern aus wird der Traffic dann in verschiedenen Rechenzentren in Deutschland direkt ins Internet geleitet.

Warum wollen wir das? Es gibt eine ganze Reihe Vorteile, die wir durch den Umstieg gewinnen:

  1. Freifunk Rheinland ist kein anonymer VPN-Dienstleister, bei dem wir gar nicht wissen, wen wir finanzieren und ob wir den Menschen 100%ig vertrauen können. Der Rheinland-Backbone dagegen wird von Leuten betrieben, die uns ideologisch nahestehen und unser gemeinsames Ziel verfolgen: Ein freies Netz für alle.
  2. Mehr Bandbreite: Über die Gateways des Freifunk Rheinland geht erheblich mehr Bandbreite als wir es bisher gewohnt sind. Perfect Privacy liefert pro Gateway nur etwa 20-70Mbit/s Durchsatz. Bei Freifunk Rheinland dagegen haben wir 300-600Mbit/s gemessen. Die Umstellung bietet uns also die Möglichkeit unser Netz um Weiten schneller zu machen.
  3. Zugewinn an Redudanz: Über das Freifunk-Backbone verbinden wir uns zukünftig nicht mehr nur zu einem Exit-VPN-Anbieter pro Gateway, sondern bauen pro Gate 6 Verbindungen (GRE-Tunnel) auf und zwar zwei zu jedem Standort von Freifunk Rheinland in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf. So erhalten wir einen enormen Zugewinn an Redundanz.
  4. Abuse-Handling/Haftungsfragen: Die IPv4-Adressen, die in der Öffentlichkeit auftauchen, sind nicht mehr auf LeaseWeb registriert, sondern auf drei bei der RIPE registrierte Mitglieder der Mainzer und Wiesbadener Freifunk-Community (Tobias, Markus und Sebastian). Für den normalen Freifunk-Benutzer und Knoten-Betreiber ändert sich in der Haftungsfrage dadurch nichts. Es ist weiterhin gewährleistet, dass die Daten über unsere Server ins Internet fließen und hier auf eine IPv4 Adresse des Freifunk Rheinlands “geNATed” werden. Etwaiger Abuse (also Hinweise auf Rechtsverletzungen o.Ä.), der von Dritten zu diesen öffentliche IPs gemeldet wird, wird von Freifunk Rheinland bzw. von uns gehandhabt.
  5. Zukünftige Möglichkeiten: Die aktuelle Umstellung wird nur IPv4 betreffen. Über den Freifunk Rheinland haben wir aber die Möglichkeit endlich auch natives IPv6 im Freifunk-Netz anzubieten. Dadurch wird es im Freifunk-Netz bald möglich sein “Ende-zu-Ende” im Internet zu kommunizieren. Weitere Details hierzu wird es mit der Umstellung geben.

Zu den Kosten: Für den Betrieb eines solchen Backbones entstehen dem Freifunk Rheinland e.V. natürlich nicht unerhebliche Kosten für Traffic, Hardware, etc., die wir mit kompensieren wollen. Der Vorstand des Freifunk Mainz e.V. hat daher in der vergangenen Woche bereits beschlossen, den Freifunk Rheinland zukünftig finanziell mit 200€ pro Jahr zu unterstützen. Ob wir dies als Fördermitglied tun oder durch eine jährliche Spende, beraten wir gerade noch.

Über Erfahrungsberichte würden wir uns sehr freuen. Bei Fragen wendet euch immer auch gerne an das Admin-Team.

Wer sich für die technischen Details interessiert, für den bietet dieses oder dieses Video der Rheinländer vielleicht einen guten Einstieg:

3 Gedanken zu „Umstellung unseres Internet-“Exits” auf den Freifunk Rheinland-Backbone

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